Dienstag, 20. Mai 2008

Sooooooo.....

...jetzt muss ich mal nachdenken.

Das letzte Mal habe ich Ende März geschrieben. Das ist ganz schön lang her.

Am 31. März habe ich einen weiteren Spanisch-Intensiv-Kurs gemacht. Die Lehrer kannten mich noch von meinem letzten Kurs und haben mich in das höchste Niveau gesteckt. Der kleine Stani zwischen 8 schlauen Spanisch-Philologie-Studenten, einer russischen Tourismus-Zeug-Studentin sowie einem verlorenen, kleinen Kanadier. Auf die Frage wie lange sie schon Spanische lernten, kam ein Schnitt von über fünf Jahren heraus. Die Gruppe war sehr nett und wir waren ein Paar mal zusammen was trinken. Während des Kurses hatte ich das Gefühl viel gelernt zu haben, denn das meiste war komplett neu für mich. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, da das Erlernen der Sprache ein schleichender Prozess ist, den ich nicht so recht greifen kann. Naja, jedenfalls habe ich den Kurs abgeschlossen und mir am Ende auch wieder die "Klausur" angetan und bestanden. Soviel zum Kurs.

Seit einiger Zeit spiele ich hier den Koch. Meine Küche ist gross, ich habe Zeit und Lust, also habe ich Luis und Pedro gefragt, ob sie nicht mit mir und Marc zu Mittag essen wollen. Weil die beiden sonst immer gegangen sind (Mensa-Essen ist hier schlecht und kostet 4.50Euro), fanden sie die Idee gut. Nun ist in meiner Wohnung Mittags wieder die Bude "voll" und die Konversation auf Spanisch. Die Jungs sind cool, es macht immer Spass und meine 4-Gewinnt-Skills sind jetzt auf einem guten Niveau. "La L mortal".

Ich muss sagen, dass ich meine Wohnung mittlerweilse sehr gerne mag. Das liegt vor allem an meinen Mitbewohnern. Es gibt immer irgendetwas Interesantes zu bereden und die sind immer dabei.

Ende April hat Raul zur Feier seines Geburtstags zu sich auf sein Dorf Calatyud geladen. Dort haben wir bei seinen Eltern ein typisches spanisches Fruehstueck genossen: Churros (fritiertes Spritzgebaeck) mit sowas wie Schoko-Pudding. Das entspricht bedingt meiner Vorstellung von Fruehstueck. Anschliessend hat Raul uns ein wenig durch sein Dorf gefuehrt, bis sein Vater uns mit dem Auto abholte und uns zu seiner Finca (sowas wie ein Kleingarten aussehalb der Stadt, nur mit mehr Flaeche) brachte. Dort gab es leckeren Wein und das was mein Mitbewohner unter Grillen versteht: Fleisch und Brot. Immerhin Grillen. Das ist hier in Zaragoza nicht wirklich moeglich. Aber ich arbeite dran. Nach dem Grillen fuhren wir wieder nach Calatyud und lernten einige Freunde von Raul kennen. Die Gerpaeche verliefen eher schleppend, weil seine Freunde doch recht andere Interessen haben als meine restlichen Mitbewohner und ich. Jesus verlagerten uns darauf einfach muede dazusitzen und wenig zu reden, was so foellig in unserer Natur liegt. Abends wurden wir freundlicherweise von Rauls Freund mit dem Auto nach Zaragoza gefahren. Ich kann nur sagen, dass ich jetzt weiss, was Todesaengste sind. Autofahren unterliegt naemlich einigen physikalischen Grenzen, das weiss sogar ich, aber das gehoert wohl nicht zum Allgemeinwissen.

Eines schoenen Wochenendes haben Marc und ich uns endlich aufgemacht zu einer laengst ueberfaelligen Radtour. Ziel: Bolea, das Haus von Pedro. Es war erstaunlich wie gruen die Landschaft um Zaragoza ist. Wir hatten sehr gutes Wetter und nur leichten Gegenwind, sodass Freude und Spass vorprogrammiert waren.
Ein kleiner Vorgeschmack auf unsere grosse Tour. Es war sehr schoen, jedoch waren die letzten Paar Kilometer sehr ernuechternd. Die letzten 5 Kilometer haben wir mal erfahren was einen Bergrauffahren heissen kann. Abends gabs einen kleinen Einkauf im Dorfladen, Tortilla de Patata von mir und einen Tatort. Der naechste Tag fing sehr cool an. Sonnenschein, wenig Wind und alles was man sich am Vorabend langsam hochgequaelt hat rauschte an einem mit einer mir eher zusagenden Geschwindigkeit an uns vorbei. Wir hielten zwischendurch an, um die Aussicht zu geniessen. Berge kurz nach Sonnenaufgang.

Anfang Mai kam Rieke nach Zaragoza. Ihr Urlaub hier war leider nicht sehr gluecklich. Die ersten zwei Tage waren super, jedoch wurde sie danach krank. Und wir haben uns nicht allzuviel von Zaragoza ansehen koennen. Nach einigen Tagen statteten wir dem Hospital in Zaragoza einen Besuch ab und wurden positiv ueberrascht. Nach anfaenglich kleinen buerokratischen Schwierigkeiten, wurde sie untersucht und eine Vordiagnose erstellt. Anschliessend wurde Sie von einem Arzt recht gruendlich untersucht, es wurden einige Proben genommen und nachdem die Ergebnisse da waren, verschireb ihr der Arzt ein Medikament. Das ganze Prozedere hat insegesamt dreieinhal Stunden gedauert, inklusive zwei Stunden, die die Untersuchung der Proben dauerte. Es hat nichts gekostet und alle waren sehr freundlich.
Als es Rieke dann nach zwei Tagen richtig gut ging, brach das Wetter ein und es regnete den ganzen Tag. Bei schlechtem Wetter hat Zaragoza leider nicht soviel zu bieten. Aber wir haben die Vielfalt der Bars genutzt - da koennen Zaragoza nur wenige Staedte das Wasser reichen.
Einen Tag vor Riekes Abreise fuhren wir nach Barcelona und ich habe wieder was gelernt: Es lohnt sich nicht im Internet nach Unterkuenften in Barcelona zu suchen. Rieke und ich haben locker zwei Stunden gesucht und haben nichts gefunden. Also sind wir auf gut Glueck losegefahren und haben uns gedacht, dass wir irgendwo schon was finden werden oder eine Nacht von Bar zur Bar ziehen werden.
Clara ist die Loesung solcher Probleme in Barcelona. Das ist eine Frau, die einen kleinen Stand in der Estacio del Nord in Barcelona hat. Sie hat uns auf Anhieb zwei Hostals in der Naehe dieser Station gefunden - was nicht so einfach ist, weil diese Station touristisch uninteressant gelegen ist - zu vernuenftigen Konditionen. Hat gleich dort angerufen, uns angemeldet, uns einen Stadtplan in die Handgedrueckt und den direkten Weg zur Hostal eingezeichnet. Man bezahlt ihr zehn Prozent des Preises und den Rest in der Hostal. Ich habe mir die Preise der Hostal angesehen und festegstellt, dass wir tatsaechlich nichts draufgezahlt haben. Das Interessante ist auch noch, dass ich am Abend davor bei dieser Hostal angerufen habe und die Dame an der Rezeption mir mitteilte, dass sie ausgebucht seien. Hier ein Dank an Clara. Vitamin-b eben. Falls jemand was in Barcelona sucht, ich habe ihre Nummer und e-mail-adresse.
Wir haben uns noch einen schoenen Abend in Barcelona gemacht, waren im Park und am Strand. Abends wollten wir noch lecker in einer der Bars in der Naehe unserer Hostal essen, denn beim Verlassen der Hostal, sah es dort recht belebt und gemuetlich zu gleich aus. Als wir gegen neun zurueckkehrten wurden wir ein wenig ernuechtert, da alles zu war. Dann haben uns irgendwann zu einem Chinesen verirrt. Wir waren die einzigen Nicht-Asiaten. Das Restaurant hatte eine recht hektische Atmosphere und Rieke ist kein grosser Fan von chinesischem Essen.
Das war unser letzter Abend fuer die naechsten Paar Wochen. Aber es ist schoen zu wissen, dass es die letzte Trennung war.

Am naechsten Morgen um sechs begab sich Rieke auf ihre Rueckreise nach Oldenburg. Ich habe noch ein Kaffee in einer Bar getrunken und um sieben meinen Bus nach Zaragoza genommen. Nachmittags hatte ich sowas wie ein Praktikum. Aber es lief darauf hinaus, dass uns einige Leute einfach ihre Arbeiten bzw. Arbeitsgebiete vorstellen. Fluid-Physik. Anschliessend hatten wir eine Fuehrung in einem Institut, in dem sie auf breiter Basis an jeglichen Formen von Verbrennungs-Prozessen forschen. Das war recht spannend. Aber hatte in meinen Augen rechtviel Ingeniers-Charakter.

Ja. Soooooooooooo....
Hier noch ein Paar Photos

Rieke und Ich in meiner Kueche

Gott greift nach dem Uni-Gebaeude

Ein Teil unserer kleinen Welt in Zaragoza

Ja, ja, da haengen die beiden wieder und grinsen bloed

Mein Mitbewohner Jesus und Ich in unserer gewohnten Umgebung - der Kueche

Die kleinen kulinarischen Erfahrungen von Rieke und mir
Laurel Spiritual am Plaza del San Francisco


Stani in seinem Element

Meine Rieke in meiner Kueche

Ein Teil meines Outfits fuer sechs Wochen

Ich und Flip-Flops! Eine Innovation! Ich koennte mich dran gewoehnen

Marc und Ich auf dem Weg zum Park
Rieke immer im Foto-Abstand hinter uns

Parque Grande - der ruhigste Ort der Stadt

Ja, ja, die kurzen Momente, die wir gutes Wetter hatten

Ich in meinem Zimmer

Die Aussicht aus meinem Fenster
Erinnert an huebsche Ost-Bauten

Seht ihn noch einmal genau an! Die Tage dieser Haare sind gezaehlt!
Odvar waetzt schon die Schere

Mein - jetzt endlich - huebsches Bett
Dank Gisela

Der Stani in seinem Element! Mit seinem kleinen Haufen!